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Stipendium für professionelle Medienkunstschaffende
Zum zweiten Mal loben die UNESCO Creative City of Media Arts Karlsruhe (UCCoMA) und die Hoepfner Stiftung 2026 ein Stipendium für das studio hö für ein halbes Jahr aus. Zielsetzung der gemeinnützigen Hoepfner Stiftung ist die Förderung von Kunst, Kultur sowie die Aus- und Weiterbildung des unternehmerischen Nachwuchses in Karlsruhe. Gemeinsam mit regionalen Partner:innen entwickelt sie wegweisende Projekte und setzt Akzente für die TechnologieRegion Karlsruhe. Die Geschäftsstelle UNESCO City of Media Arts des Kulturamtes der Stadt Karlsruhe ist die zentrale Ansprechpartnerin rund um das Thema Medienkunst und internationale Vernetzung für Kunst- und Kulturschaffende in Karlsruhe. Sie fördert, vernetzt und veranstaltet – immer kooperativ und partnerschaftlich – mit den zahlreichen Akteur:innen der Kultur- und Kreativstadt in Karlsruhe und auf internationaler Ebene.
Im studio hö wird der urbane Puls Karlsruhes sichtbar. Dieser Raum an der Schnittstelle zwischen dem Wissenszentrum des KIT Karlsruhe, dem Gässchen des Rotlichtviertels und dem Eingang in die Oststadt ist ein Ort der Fusion, der aktiv gestaltet werden kann. Durch die markante Architektur des Gebäudes ist es wie vorprogrammiert, dass hier kreative Prozesse transparent und erlebbar gemacht werden. Gleichzeitig bedeutet dies, dass es zu spontanen Kontaktaufnahmen von Passant:innen kommen kann.
Einblick – Ausblick – Weitblick: Hier im studio hö wird nicht nur Kunst geschaffen, sondern es werden auch Perspektiven erweitert. Ein Schaufenster zur Medienkunst, das die Grenzen zwischen Kreativität und urbanem Leben verschmelzen lässt. Das Stipendium bietet damit auch die Möglichkeit, sich neben der künstlerischen Praxis auch in der Organisation und Kommunikation eines eigenen Raums zu erproben und in der Stadt zu vernetzen.
Ausstellungsort und Stipendium
Das studio hö ist ein Produktions- und Ausstellungsraum, der vor allem für die Erstellung und Ausstellung von Medienkunstwerken und -projekten genutzt wird. Zudem finden im Hauptraum regelmäßig Veranstaltungen und Workshops statt – ausgerichtet von der UCCoMA und der Hoepfner Stiftung.
Die Ausschreibung richtet sich an freischaffende Medienkünstler:innen, die in Karlsruhe und der Region leben und arbeiten. Ausgeschlossen sind Personen, die zum Antritt des Stipendiums an einer Hochschule immatrikuliert sind oder sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden. Gesucht werden innovative, kooperative und interdisziplinäre Ideen für Medienkunstprojekte – gerne auch in Bezugnahme anderer Medienkunststädte oder Künstler:innen aus dem UNESCO Creative Cities Netzwerk – die nach Fertigstellung innerhalb der Stipendiumszeit in den Räumlichkeiten des studio hö ausgestellt werden.
Mit der Bereitstellung eines Arbeits- und Ausstellungsorts in der Innenstadt Ost, des studio hö im Erdgeschoss der Kaiserstr. 3, 76131 Karlsruhe, wird ein Stipendium für 6 Monate in Höhe von 6.000 € sowie für Produktionsmittel in Höhe von weiteren 3.000 Euro ermöglicht. Die Stipendiat:innen verpflichten sich, innerhalb des Bezugszeitraums eine Präsentation im Rahmen von Media art is here (13.8.-13.9.26) sowie eine Abschlussausstellung zu zeigen. Das Medienkunststipendium ist als eigenverantwortliches Arbeits- und Präsentationsformat angelegt. Die Stipendiat:innen übernehmen die inhaltliche, organisatorische und praktische Umsetzung der Ausstellung eigenständig – von Planung und Aufbau bis zur Aufsicht während der Öffnungszeiten. Die UCCoMA unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit, die Hoepfner Stiftung steht organisatorisch beratend zur Seite, wobei die Organisation überwiegend bei den Stipendiat:innen liegt.
Bewerbungsfrist des Stipendiums 2026: 20.04.2026 (12:00 MEZ)
Stipendiatin 2026: Isabelle Konrad, Projekt FURIE
Zeitraum der Bespielung: Juni 2026 – Dezember 2026
>>> Ausschreibung 2026 (Teilnahme nicht mehr möglich, das Stipendium ist bereits vergeben!)


Stipendiatin 2026
Unsere Stipendiatin des zweiten Stipendiums (2026) ist Isabelle Konrad mit ihrem transmedialen Kunstprojekt FURIE, das eine neue visuelle Sprache für weibliche Wut entwickelt. Mit dem Projekt FURIE widmet sich die Karlsruher Künstlerin der Frage, wie weibliche Wut sichtbar, hörbar und erfahrbar gemacht werden kann. Die transmediale Arbeit bewegt sich zwischen künstlerischer Forschung, Performance, Fotografie, Klangkunst und kollektiver Praxis.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass weiblich sozialisierte Personen häufig dazu angehalten werden, zu vermitteln, zu funktionieren und emotionale Bedürfnisse anderer aufzufangen, während Wut kaum gesellschaftlichen Ausdruck finden darf. FURIE untersucht, was entsteht, wenn diese unterdrückte Energie Raum erhält. Dabei entwickelt Isabelle Konrad eine neue Bildsprache, die weibliche Wut nicht als Defizit oder Gefahr, sondern als Ausdruck von Selbstbestimmung, Widerstand und Veränderung begreift.
>>> das Projekt FURIE von Isabelle Konrad im studio hö

Bisherige Stipendiat:innen
Unsere Stipendiatin des ersten Stipendiums (2024/2025) war Chiharu Koda mit den drei Installationen:
- Substance: Eine interaktive Installation von Chiharu Koda und Sierk Schmalzriedt von Studio Fluffy. Das Werk erforscht die zentrale Rolle von Schwingungen und Resonanzen in Kommunikation und Naturwissenschaft. Die Live-Performance wurde von Toplap-Karlsruhe durchgeführt.
- Imaginat: Die Mit-Mach-Ausstellung von JeongHo Park und Chiharu Koda verbindet analoge Zeichnungen der Besucher*innen mit KI, die sie in Echtzeit interpretiert und projiziert. So entstehen gemeinschaftliche Kunstwerke, die die Vergangenheit und Zukunft Karlsruhes reflektieren und den Dialog zwischen analogem und digitalem Ausdruck erlebbar machen.
- Delta: Die Installation von Koda betrachtet die städtische Kreuzung als einen „urbanen Strudel“ und visualisiert die dort entstehenden Bewegungen und Veränderungen. Sie verwendet Materialien wie Holz, 3D-Druck, Bioplastik und Sensoren, um eine dynamische Struktur zu erschaffen, die auf die Strömungen der Umgebung reagiert

Chiharu Koda wuchs in Okayama, Japan, auf. 2005 absolvierte sie ein Bachelorstudium in Kunstgewerbe und Industriedesign an der Okayama Prefectural University. 2012 bereiste sie mit dem Shu-Ou Foundation Award for Art Europa und Ecuador. Von 2013 bis 2020 studierte sie Freie Kunst und Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Während ihres Studiums erforschte sie Materialien und deren Wechselwirkung mit dem Raum. Im Rahmen des Stipendiums der Hoepfner Stiftung erforschte sie die Strömungen in und um das studio hö wie ein urbanes Flussdelta und transformierte sie mit ihrer Kunst.