Das Projekt FURIE im studio hö
Stipendium 2026 für die Karlsruher Medienkünstlerin Isabelle Konrad
Die Hoepfner Stiftung in der Karlsruher Oststadt hat gemeinsam mit der UNESCO Creative City of Media Arts Karlsruhe (UCCoMA) und dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe zum zweiten Mal ein Medienkunststipendium für das studio hö ausgeschrieben. Ziel der Förderung ist es, freischaffende Medienkünstler:innen aus Karlsruhe und der Region in ihrer künstlerischen Entwicklung zu unterstützen, interdisziplinäre Arbeitsweisen zu stärken und innovative Projekte im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.
Unter den zahlreichen Bewerbungen entschied sich die Fachjury aus Vertreter:innen der Kunst-, Kultur- und Kreativszene für die Karlsruher Künstlerin Isabelle Konrad. Mit ihrem Projekt „FURIE“ widmet sie sich der Frage, wie weibliche Wut sichtbar, hörbar und erfahrbar gemacht werden kann. Die transmediale Arbeit bewegt sich zwischen künstlerischer Forschung, Performance, Fotografie, Klangkunst und kollektiver Praxis.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass weiblich sozialisierte Personen häufig dazu angehalten werden, zu vermitteln, zu funktionieren und emotionale Bedürfnisse anderer aufzufangen, während Wut kaum gesellschaftlichen Ausdruck finden darf. „FURIE“ untersucht, was entsteht, wenn diese unterdrückte Energie Raum erhält. Dabei entwickelt Isabelle Konrad eine neue Bildsprache, die weibliche Wut nicht als Defizit oder Gefahr, sondern als Ausdruck von Selbstbestimmung, Widerstand und Veränderung begreift.
Besonders spannend ist der urbane Kontext, in dem sich das Projekt entfaltet. Zwischen Bildern sexualisierter Weiblichkeit, studentischem Alltag und städtischem Leben eröffnet „FURIE“ einen Raum für Fragen nach Sichtbarkeit, Selbstermächtigung und gesellschaftlichen Rollenbildern. So wird das studio hö zugleich Schutzraum, Experimentierfeld und öffentlicher Ort des Austauschs.
Im Rahmen von „Media Art is Here!“ wird das studio hö im Sommer 2026 zu einem offenen Forschungs- und Experimentierraum. Ausgangspunkt sind Bildwelten wütender Frauen aus Mythologie, Kunstgeschichte, Popkultur und Medien, die gesammelt, analysiert und neu zusammengesetzt werden. Daraus entstehen Collagen, fotografische Arbeiten, Klangexperimente und performative Formate. Besucher sind eingeladen, sich aktiv einzubringen, Erfahrungen zu teilen und an Workshops, Gesprächen und künstlerischen Interventionen teilzunehmen.

Das studio hö in der Kaiserstraße 3 liegt an einer außergewöhnlichen Schnittstelle: zwischen dem Wissenszentrum des KIT, dem Gässchen des Rotlichtviertels und dem Eingang zur Oststadt. Mit seinen großen Schaufenstern öffnet sich der Raum zur Stadt hin und macht künstlerische Prozesse unmittelbar erlebbar. Als Produktions- und Ausstellungsort für Medienkunst schafft das studio hö einen Rahmen für Austausch, Vernetzung und Begegnungen mit einem vielfältigen Publikum. Hier treffen unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander und genau darin liegt das besondere Potenzial des Ortes.
Für die Dauer von sechs Monaten erhalten die Stipendiat:innen die Möglichkeit, die Räumlichkeiten eigenverantwortlich zu nutzen und zu bespielen. Neben einem Betrag in Höhe von 6.000 Euro stehen weitere 3.000 Euro für Produktionskosten zur Verfügung.
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